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Die Location ist die erste große Buchung und die, die sich am schlechtesten korrigieren lässt. Sie legt fest, wie viele Gäste kommen können, wie das Catering läuft, wann Schluss ist und wie weit alle fahren müssen. In der Reihenfolge der Hochzeitsplanung steht sie deshalb ganz vorn.
Wie viel kostet eine Hochzeitslocation?
Es gibt drei Abrechnungsmodelle, und sie sind schwer vergleichbar:
| Modell | Typische Spanne | Vorsicht bei |
|---|---|---|
| Reine Raummiete | 500–3.000 € | Catering meist extra, oft mit vorgeschriebenem Partner |
| Miete plus Mindestumsatz | 0–1.000 € + 60–120 €/Gast | Mindestumsatz gilt auch bei Absagen |
| Pauschale pro Gast | 90–180 €/Gast | Leistungsumfang unterscheidet sich stark |
Ein Angebot über 2.000 Euro Miete kann günstiger sein als eines über 500 Euro, wenn beim zweiten das Catering vorgeschrieben und teuer ist. Vergleicht immer die Gesamtsumme für eure Gästezahl.
Als Faustzahl für die Budgetplanung: Location plus Essen und Getränke machen zusammen 40 bis 50 Prozent des gesamten Hochzeitsbudgets aus. Bei 80 Gästen und einem Budget von 20.000 Euro sind das 8.000 bis 10.000 Euro für diesen Block.
Wie findet ihr eine Location in eurer Nähe?
Die Verzeichnisportale zeigen nur, wer dort zahlt. Die besseren Quellen:
- Fragt Hochzeitsfotografen aus eurer Region. Sie kennen jede Location im Umkreis von 50 Kilometern von innen, wissen, wo das Licht gut ist und wo der Ablauf hakt. Viele nennen euch auf Anfrage ihre drei Favoriten – ein Fotograf ist ohnehin früh zu buchen.
- Fragt Caterer. Wer überall kocht, weiß, welche Küche funktioniert und welche Location bei der dritten Verlängerungsstunde schwierig wird.
- Standesämter führen Listen von Räumen, in denen sie auswärts trauen – das sind fast immer auch gute Feierorte.
- Erst danach die Portale – und dort gezielt nach Häusern suchen, die neu dabei sind. Die etablierten sind in der Hochsaison zwei Jahre im Voraus belegt.
Location-Ideen: Welcher Typ passt zu euch?
Scheune oder Gut
Charakter, Platz und die Bilder, die gerade alle wollen. Der Preis dafür steht nicht im Exposé: Bei einer leeren Scheune muss fast alles zugekauft werden – Toiletten, Küche, Strom, teils Möbel. Eine „günstige" Scheunenmiete von 1.500 Euro wird so schnell zur teuersten Option. Fragt nach der Ausstattungsliste, bevor ihr rechnet.
Hochzeitssaal und Restaurant
Am einfachsten zu organisieren: Küche, Personal und Ablauf sind eingespielt, die Technik ist da. Dafür ist weniger gestaltbar, und der Saal sieht auf Fotos aus wie ein Saal. Für alle, die feiern wollen statt organisieren, die rationalste Wahl.
Schloss oder Herrenhaus
Repräsentativ, oft mit Trauzimmer im Haus – standesamtliche Trauung und Feier an einem Ort spart allen einen Ortswechsel. Hohe Grundkosten, strenge Auflagen bei Deko, Kerzen und Feuerwerk. Fragt explizit, welche Räume zur Miete gehören: Manche Häuser vermieten den Park stundenweise extra.
Weingut
Die Mischung aus Scheunen-Optik und funktionierender Bewirtung. Getränke kommen vom Haus – das ist Charme und Kostenfalle zugleich: Korkgeld für mitgebrachte Getränke entfällt, dafür bestimmt das Weingut die Preise. In Weinregionen die verlässlichste Kategorie.
Hotel
Übernachtungen gelöst, alles aus einer Hand, professionelles Personal. Wirkt selten persönlich – und die Feier endet dort, wo andere Hotelgäste schlafen wollen. Gut geeignet, wenn viele Gäste von weither anreisen. Fragt nach Kontingenten: 10 bis 20 Zimmer zum Vorzugspreis sind üblich.
Draußen: Garten, Wald, See
Am günstigsten in der Miete, am teuersten im Aufwand. Zelt, Toiletten, Strom, Genehmigungen und Nachbarn wollen bedacht sein – und der Plan B bei Regen muss dieselbe Gästezahl fassen wie der Plan A. Eine freie Trauung draußen mit Feier drinnen ist die risikoärmere Kombination.
Für kleine Hochzeiten bis 30 Gäste
Die meisten Säle sind für 80 Gäste gebaut und wirken mit 25 leer. Sucht stattdessen nach: Nebenzimmern guter Restaurants, Ferienhäusern mit großer Tafel, Weinstuben, Bootshäusern, Dachterrassen. Viele nehmen keine Miete, sondern nur einen Mindestumsatz – bei 30 Gästen die deutlich bessere Rechnung.
Welche Fragen muss man vor der Buchung stellen?
Die meisten unangenehmen Überraschungen entstehen aus Punkten, die im Exposé nicht stehen:
- Bis wann darf Musik laufen? In Wohngebieten oft 22 Uhr draußen, 24 Uhr drinnen. Manche Locations haben eine Sperrstunde um 1 Uhr.
- Gibt es einen Caterer-Zwang? Wenn ja, holt vorher ein konkretes Menüangebot ein.
- Was kostet die Verlängerung? Pro angefangene Stunde, oft 150 bis 400 Euro.
- Wer baut auf und ab, und wann? Zugang erst ab 14 Uhr macht eine Deko-Planung unmöglich.
- Gibt es einen Plan B bei Regen? Und passt er wirklich für alle Gäste?
- Wie viele Hochzeiten pro Tag? Zwei Feiern parallel bedeuten geteilte Parkplätze und Lärm.
- Korkgeld? Manche Häuser verlangen 8 bis 15 Euro pro selbst mitgebrachter Flasche.
- Was passiert bei Absage? Staffelung der Stornokosten schriftlich geben lassen – üblich sind 30 Prozent ab Buchung, 80 bis 100 Prozent im letzten Monat.
Der Posten, den fast alle vergessen
Übernachtungen. Wenn die Location abgelegen liegt und im Umkreis von 20 Kilometern nichts frei ist, müssen eure Gäste fahren – oder ihr organisiert Shuttles.
Prüft die Bettenkapazität im Umkreis, bevor ihr unterschreibt. Bei einer Sommerhochzeit in einer Tourismusregion ist das der Punkt, an dem Gäste absagen.
Dieselbe Frage betrifft euch selbst: Je weiter Standesamt und Location auseinanderliegen, desto eher braucht ihr ein Hochzeitsauto statt der Fahrt im eigenen Wagen – 300 bis 700 Euro, und der Fahrer kennt die Strecke.
Wann bucht man?
Für Termine von Mai bis September gilt: zwölf Monate vorher ist normal, in beliebten Regionen auch achtzehn. Wer flexibel ist, findet auch kurzfristig etwas – besonders freitags, sonntags und von Oktober bis April.
Eine Freitagshochzeit spart je nach Haus 20 bis 30 Prozent. Der Preis dafür: Manche Gäste müssen Urlaub nehmen.
Wie viele Gäste passen wirklich hinein?
Traut den Angaben der Location nur bedingt. Die genannte Kapazität gilt oft für Reihenbestuhlung ohne Tanzfläche und ohne Buffet.
Rechnet für ein Dinner mit Tanzfläche mit etwa 1,5 bis 2 Quadratmetern pro Gast. Bei 80 Gästen heißt das 120 bis 160 Quadratmeter allein für den Festsaal – zusätzlich zu Buffetbereich, Bar und Garderobe.
Bei der Besichtigung: worauf achten?
Besichtigt zur Tageszeit eurer Feier, nicht vormittags. Ein Saal, der um 11 Uhr freundlich wirkt, kann um 20 Uhr ein Beleuchtungsproblem haben.
- Akustik testen: In leeren Sälen hallt es – fragt, wie es mit 80 Personen klingt und ob es Erfahrungswerte mit Bands gibt.
- Wege ablaufen: Küche zum Saal, Saal zur Tanzfläche, Toiletten. Lange Wege bemerkt ihr am Abend selbst nicht, euer Service-Personal schon.
- Steckdosen und Technik: Wo spielt die Band oder der DJ, und reicht dort die Absicherung?
- Barrierefreiheit: Können Großeltern im Rollstuhl in den Saal und zur Toilette?
- Fragt nach Fotos echter Hochzeiten im Haus, nicht nach den Exposé-Bildern.
Steht die Location, hängen Menü und Catering sowie Musik unmittelbar daran – beides solltet ihr erst danach festlegen.
Häufige Fragen zur Hochzeitslocation
Was kostet eine Hochzeitslocation für 80 Personen?
Je nach Modell 2.000 bis 6.000 Euro ohne Essen – als Block mit Catering und Getränken realistisch 8.000 bis 14.000 Euro. Reine Raummiete liegt bei 500 bis 3.000 Euro, Pauschalen bei 90 bis 180 Euro pro Gast.
Wie weit im Voraus muss man eine Hochzeitslocation buchen?
Für Mai bis September: zwölf bis achtzehn Monate. Für Termine von Oktober bis April und für Freitage reichen oft sechs Monate – bei 20 bis 30 Prozent niedrigeren Preisen.
Welche Hotels eignen sich als Hochzeitslocation?
Häuser mit eigenem Festsaal, getrenntem Eingang für die Feier und Zimmerkontingenten. Entscheidend ist die Trennung von Feier und Hotelbetrieb: Wenn die Tanzfläche unter belegten Zimmern liegt, endet die Musik um 22 Uhr.
Gibt man dem Personal der Location Trinkgeld?
Üblich, aber freiwillig: 5 bis 10 Euro pro Servicekraft für den Abend, übergeben am Ende an die Serviceleitung – oder 100 bis 200 Euro gesamt bei größeren Teams. Steht ein Servicezuschlag bereits auf der Rechnung, ist zusätzliches Trinkgeld eine Geste für außergewöhnliche Leistung, keine Erwartung.
