Heirats-Ratgeber
Geschenktisch mit Karten und verpackten Hochzeitsgeschenken

Hochzeitsgeschenke – Ideen und wie viel Geld angemessen ist

Geld ist das häufigste Hochzeitsgeschenk in Deutschland – und die Frage nach der angemessenen Höhe die meistgestellte im Vorfeld jeder Feier.

Aktualisiert am

Etwa drei Viertel aller Brautpaare in Deutschland wünschen sich Geld. Der Grund ist praktisch: Die meisten Paare führen längst einen gemeinsamen Haushalt, bevor sie heiraten.

Wie viel Geld schenkt man zur Hochzeit?

Es gibt keine verbindliche Regel, aber eine belastbare Orientierung nach Nähe zum Brautpaar:

VerhältnisÜblicher Betrag pro Person
Entfernte Bekannte, Kollegen30–50 €
Freunde50–100 €
Enge Freunde100–150 €
Geschwister, Cousins100–200 €
Eltern und Großeltern200–1.000 € oder mehr

Als Paar schenkt man nicht doppelt, sondern etwa das Anderthalbfache eines Einzelbetrags.

Die oft gehörte Regel, man solle „den eigenen Gedeckpreis" schenken, ist verbreitet, aber problematisch: Sie macht ein Geschenk zur Rechnung. Als grobe Untergrenze für enge Gäste taugt sie, als Maßstab nicht.

Was wirklich zählt

Schenkt, was in euer Budget passt. Ein Brautpaar, das nach dem Betrag urteilt, ist das Problem – nicht ihr.

Wer knapp bei Kasse ist, schenkt Zeit oder Können: einen Abend Kinderbetreuung, ein Fotoalbum, den Aufbau am Vortag, ein selbst gekochtes Essen zum Jahrestag. Das wird oft länger erinnert als ein Umschlag.

Wie überreicht man Geld?

Ein Umschlag funktioniert. Wer es aufwendiger mag:

Legt immer eine Karte dazu. Der Text ist am Ende das, was aufgehoben wird – Formulierungen findet ihr bei den Hochzeitswünschen.

Geschenke, die keine Geldgeschenke sind

Wenn das Brautpaar keine Geldwünsche äußert oder ihr etwas Persönliches sucht:

Für ein Gemeinschaftsgeschenk lohnt ein Blick in die Einkaufsliste für die Hochzeit: Sie zeigt, was ein Paar für die Feier ohnehin anschaffen muss – vom Sitzplan bis zur Deko. Das trifft zuverlässiger als jede geratene Idee.

Was man nicht schenken sollte

Wenn eine Hochzeitsliste existiert

Nutzt sie. Eine Liste ist keine Unhöflichkeit, sondern eine Arbeitserleichterung für beide Seiten.

Weicht nur davon ab, wenn ihr etwas wirklich Persönliches habt – nicht, um origineller zu sein als die Liste.

Sonderfälle, nach denen am häufigsten gefragt wird

Nur zur standesamtlichen Trauung eingeladen. Kleinere Feier, kleinerer Rahmen: die Hälfte bis zwei Drittel des Betrags, den ihr zur großen Hochzeit schenken würdet. Bei engen Freunden also 30 bis 70 Euro plus Karte.

Zur Verlobung eingeladen. Hier wird deutlich kleiner geschenkt – 20 bis 50 Euro oder etwas Symbolisches. Das Hochzeitsgeschenk kommt später und wird davon nicht kleiner.

Eingeladen, aber verhindert. Ein Geschenk ist trotzdem angemessen, wenn euch am Paar liegt – üblich ist etwa die Hälfte des Betrags, den ihr bei Teilnahme geschenkt hättet, mit einer persönlichen Karte. Wer gar nicht reagiert, beendet damit erfahrungsgemäß mehr als nur die Geschenkfrage.

Zweite Ehe. Dieselben Beträge wie bei einer ersten – die Nähe zum Paar zählt, nicht die Zählung der Ehen. Hausrat ist hier noch seltener sinnvoll; Geld oder Erlebnisse passen fast immer.

Kollegen sammeln. Ab fünf Personen lohnt die Gemeinschaftskasse: 10 bis 20 Euro pro Person ergeben ein Geschenk mit Wirkung statt fünf Umschlägen mit Kleinbeträgen. Eine Person koordiniert und schreibt die Karte, alle unterschreiben.

Wann übergibt man das Geschenk?

Beim Sektempfang oder am Geschenktisch, nicht während des Essens – idealerweise bei der Person, die laut Aufgabenverteilung die Geschenkeliste führt. Beschriftet Karte und Geschenk deutlich mit eurem Namen: Am Abend liegen dreißig Umschläge zusammen, und das Brautpaar öffnet sie Tage später.

Bei Geldgeschenken zusätzlich: Schreibt den Betrag nicht auf die Karte, aber notiert ihn für euch. Falls der Umschlag im Trubel verloren geht – es passiert –, könnt ihr helfen, statt zu rätseln.

Für das Brautpaar gilt die Gegenrichtung: Innerhalb von sechs bis acht Wochen kommt die Danksagung, idealerweise mit Bezug auf das konkrete Geschenk.

Häufige Fragen zu Hochzeitsgeschenken

Wie viel Geld schenkt man zur Hochzeit als Paar?

Etwa das Anderthalbfache eines Einzelbetrags: Freunde als Paar 80 bis 150 Euro, enge Freunde 150 bis 250 Euro. Die Tabelle oben gilt pro Person – niemand erwartet die glatte Verdopplung.

Was schenkt man zur Hochzeit, wenn man nicht eingeladen ist?

Nichts – ein Geschenk ohne Einladung kann sogar Druck erzeugen. Wer dem Paar nahesteht und gratulieren will, schickt eine Karte mit Glückwünschen oder Blumen zur Feier des Tages. Mehr ist nicht nötig.

Ist es unhöflich, Geld zu schenken?

Nein – in Deutschland ist Geld das gewünschte Geschenk der meisten Brautpaare. Unhöflich ist nur der nackte Schein: Ein Umschlag mit persönlicher Karte oder eine kreative Verpackung machen aus dem Betrag ein Geschenk.

Wie viel gibt man für ein Gemeinschaftsgeschenk?

Denselben Betrag, den ihr allein geschenkt hättet – die Sammelei ändert die Summe nicht, nur die Wirkung. Bei Kollegen-Sammlungen sind 10 bis 20 Euro pro Person der übliche Rahmen.