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Blumenkinder streuen Blütenblätter auf dem Weg des Brautpaars. Der Brauch symbolisiert Fruchtbarkeit und einen Weg, der weich beginnt. Sie sind eine von mehreren Rollen rund um das Brautpaar – und die einzige, bei der das Alter mehr entscheidet als die Zuverlässigkeit.
Welches Alter ist richtig?
Vier bis acht Jahre ist das verlässliche Fenster.
Unter vier verstehen Kinder die Aufgabe nicht und reagieren unvorhersehbar auf die Aufmerksamkeit – Weinen, Festhalten am Elternteil, Stehenbleiben. Das ist niemandem vorzuwerfen, aber es passiert.
Ab etwa neun finden viele Kinder die Rolle albern und machen nur widerwillig mit. Das sieht man auf jedem Foto.
Wenn ein sehr kleines Kind unbedingt dabei sein soll: Lasst es an der Hand eines älteren Kindes gehen, nicht allein.
Wie viele Blumenkinder?
Zwei bis vier. Ein einzelnes Kind steht sehr allein im Mittelpunkt; mehr als vier werden zur Gruppe, die sich gegenseitig ablenkt.
Bei ungerader Zahl geht ein Kind vorweg, die anderen paarweise dahinter.
Was streuen Blumenkinder?
- Frische Blütenblätter – Rosen, Pfingstrosen, Hortensien. Schön, aber rutschig auf glatten Böden.
- Getrocknete Blütenblätter – leichter, günstiger, rutschen weniger, Farbe hält.
- Lavendel – duftet, ist fein und lässt sich gut fegen.
- Seifenblasen – für Kinder attraktiver als Streuen, funktioniert aber nur draußen.
Klärt vorher mit der Kirche oder der Location, was erlaubt ist. Viele Kirchen verbieten Streugut im Innenraum wegen der Rutschgefahr und des Reinigungsaufwands.
Der Ablauf, der zuverlässig funktioniert
Übt einmal vorher. Zehn Minuten am Vortag oder morgens genügen: Wo starten wir, wo hören wir auf, wo setzen wir uns hin?
Und legt fest, wer die Kinder auffängt. Nach dem Einzug brauchen sie sofort einen Platz bei den Eltern – sonst stehen sie vorn und wissen nicht wohin. Das ist der Moment, in dem es kippt.
Was Blumenkinder anziehen
Weiß, Creme oder eine Farbe aus eurem Konzept. Wichtiger als die Farbe ist die Bequemlichkeit: Kratzende Stoffe, steife Schuhe und Blumenkränze, die drücken, führen innerhalb einer Stunde zu schlechter Laune.
Zieht Ersatzkleidung ein – nach dem Einzug ist die Aufgabe erledigt, und Kinder sollen spielen können.
Wer bezahlt die Kleidung?
Üblicherweise das Brautpaar, wenn es bestimmte Kleidung wünscht. Wenn ihr nur eine Farbe vorgebt und die Eltern etwas Vorhandenes anziehen, entstehen keine Kosten.
Sprecht es an. Eltern sagen selten von sich aus, dass ein Kleid für einen Nachmittag zu teuer ist.
Ringkinder – die zweite Kinderrolle
Neben den Blumenkindern gibt es den Ringträger: ein Kind, das die Ringe auf einem Kissen oder in einer kleinen Box nach vorn bringt. Dieselben Altersregeln gelten – und eine zusätzliche Absicherung hat sich bewährt: Das Kind trägt Attrappen oder leere Boxen, die echten Ringe hat der Trauzeuge. Kein Kind sollte die Verantwortung für zwei Goldringe auf einem rutschigen Kissen tragen, und keiner Trauung fehlt etwas, wenn die Übergabe symbolisch ist.
Blumenkinder und Ringträger lassen sich kombinieren: Ringkind vorneweg, Streukinder dahinter. Mehr als fünf Kinder im Einzug werden allerdings zur eigenen Prozession.
Woher kommt der Brauch?
Das Blumenstreuen geht auf Fruchtbarkeitsrituale zurück: Der Duft der Blüten sollte Fruchtbarkeitsgöttinnen anlocken und dem Paar Kindersegen bringen. Die kirchliche Deutung machte daraus den geebneten, weichen Weg in den neuen Lebensabschnitt.
Heute ist der Brauch vor allem eines: die einfachste Art, Kinder aus dem engsten Umfeld sichtbar einzubinden – Patenkinder, Nichten und Neffen, eigene Kinder. Genau danach wählt man auch aus: Nähe zum Paar schlägt Perfektion im Streuen.
Zubehör und Kosten
| Posten | Preis |
|---|---|
| Streukörbchen (2 Stück) | 15–40 € |
| Streugut, getrocknet (2–3 Liter) | 20–50 € |
| Frische Rosenblätter | 30–80 € |
| Ringkissen oder Ringbox | 15–40 € |
| Blumenkranz fürs Haar | 15–35 € pro Kind |
Streugut großzügig kalkulieren: Kinder streuen vorn viel und hinten nichts – ein Liter pro Kind und zwanzig Meter Weg ist die sichere Menge. Das Körbchen leicht füllen und eine Nachfüllreserve bei den Eltern deponieren.
Ein Dankeschön für die Kinder
Blumenkinder nehmen ihre Aufgabe ernst und verdienen eine sichtbare Anerkennung: eine kleine Tüte mit Stickern und Süßem am Platz, eine Erwähnung in der Rede („unsere tapferen Blumenkinder") und – am wichtigsten – ein Foto mit dem Brautpaar, das später gerahmt an die Familie geht. Das kostet fast nichts und macht aus dem Auftritt eine Erinnerung.
Die Alternative
Wenn kein Kind im passenden Alter da ist oder ihr das Risiko nicht wollt: Lasst Gäste am Ausgang der Kirche streuen, statt Kinder vorweggehen zu lassen. Der Effekt auf den Fotos ist ähnlich, und niemand steht unter Druck.
Für alles Weitere zu Kindern auf der Feier siehe Kinderbetreuung.
Häufige Fragen zu Blumenkindern
Wie alt sollten Blumenkinder sein?
Vier bis acht Jahre. Jüngere Kinder verstehen die Aufgabe nicht zuverlässig, ältere finden sie oft albern. Kleinere Geschwister laufen an der Hand eines älteren Blumenkindes mit.
Was dürfen Blumenkinder in der Kirche streuen?
Das entscheidet die Gemeinde – viele Kirchen verbieten Streugut im Innenraum wegen Rutschgefahr. Übliche Lösungen: nur auf dem Weg vor der Kirche streuen, getrocknete Blüten (rutschen weniger) oder Seifenblasen draußen. Vorher fragen, nicht am Tag klären.
Wer kauft die Kleidung der Blumenkinder?
Wenn das Brautpaar bestimmte Kleidung wünscht, zahlt es sie auch. Wird nur eine Farbe vorgegeben und die Eltern nutzen Vorhandenes, entstehen keine Kosten. Sprecht es aktiv an – Eltern sagen selten von sich aus, dass ein Kleid für einen Nachmittag zu teuer ist.
