Aktualisiert am
Ein Gastgeschenk ist eine Geste, kein Präsent. Es sagt „danke, dass du da warst" – mehr muss es nicht leisten, und mehr sollte es nicht kosten.
Was kosten Gastgeschenke?
1 bis 5 Euro pro Gast ist der übliche Rahmen. Bei 80 Gästen sind das 80 bis 400 Euro.
Alles darüber ist selten sinnvoll investiert: Das Geld fällt beim Gesamtbudget kaum auf, wenn es fehlt, und es fällt kaum auf, wenn es da ist.
| Idee | Kosten pro Gast |
|---|---|
| Samentütchen | 0,50–1,20 € |
| Selbstgemachte Marmelade | 1,20–2 € |
| Personalisierte Schokolade | 1,50–3 € |
| Kleine Honiggläschen | 2–3,50 € |
| Kaffeebohnen, klein verpackt | 2–3,50 € |
| Kerze im Glas | 2,50–5 € |
| Olivenöl im Miniaturfläschchen | 2,50–4 € |
Was tatsächlich mitgenommen wird
Die ehrlichste Kategorisierung nach dem, was am Ende des Abends nicht auf den Tischen liegen bleibt:
Essbares wird fast immer mitgenommen. Marmelade, Honig, Pralinen, Kekse, Kaffee, Gewürzmischungen, kleine Flaschen Likör oder Öl. Wer sicher gehen will, wählt hier.
Nützliches wird oft mitgenommen. Kerzen, Seife, Samentütchen, Flaschenöffner.
Dekoratives bleibt häufig liegen. Kleine Figuren, Bilderrahmen, alles mit aufgedrucktem Hochzeitsdatum. Das Datum fremder Leute ist der zuverlässigste Weg, ein Objekt unbrauchbar zu machen.
Der häufigste Fehler
Das Datum und die Namen groß aufdrucken.
Ein Glas Marmelade mit einem schlichten Etikett wird gegessen. Dasselbe Glas mit „Anna & Tom, 12.07.2026" in großer Schrift steht drei Jahre im Schrank und wird dann weggeworfen.
Setzt den Bezug klein auf die Rückseite oder unter den Deckel. Wer es wissen will, findet es.

74 Ideen, sortiert nach dem, was ihr erreichen wollt
Essbar – die sichere Wahl (18 Ideen)
- Marmelade im kleinen Glas
- Honig, gern vom Imker aus der Region
- Pralinen, zwei bis drei Stück in der Schachtel
- Selbst gebackene Kekse im Tütchen
- Kaffeebohnen, 50-Gramm-Päckchen
- Teemischung im Reagenzglas
- Gewürzmischung („Hochzeitsgewürz" funktioniert ausnahmsweise auch benannt)
- Likör im Miniaturfläschchen
- Olivenöl, klein abgefüllt
- Gebrannte Mandeln in Tüll oder Tüte
- Salzkaramell oder Fudge, in Papier gewickelt
- Mini-Gin oder regionaler Schnaps
- Schokoladentafel mit schlichter Banderole
- Popcorn-Tütchen für die Feier im Freien
- Herzbonbons im kleinen Tütchen
- Mini-Piccolo mit eigener Banderole
- Nussmischung im Kraftpapier-Tütchen
- Honig-Senf oder ein Dip im Mini-Glas
Selber machen – wenn Zeit da ist (12 Ideen)
- Marmelade einkochen (der Klassiker, siehe Zeitrechnung unten)
- Kräutersalz mischen und abfüllen
- Sirup aus Holunder oder Rhabarber
- Eingelegte Zitronen oder Chutney
- Kerzen gießen, am besten in alten Gläsern
- Seife sieden oder gießen
- Badesalz mischen
- Granola in kleinen Gläsern
- Backmischung im Glas, geschichtet
- Getrocknete Kräuter aus dem eigenen Garten
- Vanillezucker, selbst angesetzt
- Badepralinen aus Natron und Zitronensäure
Personalisiert – aber richtig (10 Ideen)
- Schokolade mit Namensbanderole des Gastes (nicht eurem)
- Anhänger mit dem Namen des Gastes – ersetzt gleich die Tischkarte
- Ein Foto von euch mit dem jeweiligen Gast, klein gerahmt
- Handgeschriebene Dankeskarte am Platz
- Gläschen mit individuellem Etikett pro Tisch
- Initialen-Plätzchen als Platzkarte
- Mini-Flasche mit persönlichem Korkenanhänger
- Spotify-Code-Karte mit „eurem" Lied mit diesem Gast
- Schlüsselanhänger mit den Initialen des Gastes
- Mini-Porträt als Platzkarte, wenn jemand in der Familie zeichnet
Personalisierung wirkt, wenn sie sich auf den Gast bezieht. Euer Name und euer Datum stehen schon überall an diesem Tag.
Günstig unter 1,50 Euro (10 Ideen)
- Samentütchen mit Wildblumenmischung
- Wunderkerzen, gebündelt mit Banderole
- Teebeutel in schöner Hülle
- Streichholzschachtel mit Etikett
- Glückskeks
- Einzelne Blume am Platz
- Lesezeichen aus Kraftpapier
- Konfetti-Tütchen für den Auszug
- Seifenblasen für den Auszug – der Klassiker vor dem Standesamt
- Herzluftballon am Platz, aufgeblasen erst zur Party
Originell und lustig (12 Ideen)
- Rubbellos am Platz – einer gewinnt den Mittelstrauß
- Mini-Katerkit: Brausetablette, Pflaster, Traubenzucker
- Flip-Flops in Einheitsgrößen für die Tanzfläche
- Sonnenbrillen für die Fotobox
- Tütchen „Konfetti für schlechte Tage"
- Mini-Puzzle mit einem Foto der Location
- Lose für die Candybar statt fertiger Tüten
- Ein Kronkorken-Flaschenöffner mit Augenzwinkern
- Würfel mit Aufgaben für die Tanzfläche
- „Notfall-Taschentücher" für die Trauung – halb Witz, halb gebraucht
- Katerfrühstücks-Gutschein für den Morgen danach
- Polaroid am Platz: Der Gast fotografiert sich selbst und klebt das Bild ins Gästebuch
Nachhaltig (8 Ideen)
- Setzlinge in kleinen Töpfen
- Bienenwachstücher
- Seife ohne Verpackung, nur mit Banderole
- Samenbomben
- Baumspende mit Karte statt Objekt
- Regionales vom Hof: Wein, Wurst, Salz – erzählt beim Sektempfang eine Geschichte
- Blumenzwiebeln im Jutesäckchen
- Schlichter Stoffbeutel, der den Abend als Sammeltasche übersteht
Zum Verbrauchen am Abend (4 Ideen)
- Fächer bei Sommerhochzeiten
- Decken für Feiern im Freien
- Wunderkerzen für den Abschluss
- Eine kleine Tüte mit Stiften und Stickern für Kinder – kostet zwei Euro und kauft euch eine ruhige Stunde. Mehr dazu unter Kinderbetreuung.
Diese letzte Kategorie wird nicht mitgenommen, sondern benutzt – und das ist oft mehr wert.
Selbst machen oder kaufen?
Selbermachen spart Geld und kostet Zeit. Rechnet ehrlich:
- 80 Gläser Marmelade einkochen: ein ganzer Tag zu zweit
- 80 Tütchen befüllen und etikettieren: drei bis vier Stunden
- 80 Kerzen gießen: zwei Tage
Wenn ihr das acht Wochen vorher macht, ist es ein schöner gemeinsamer Nachmittag. Wenn ihr es in der Woche vor der Hochzeit macht, ist es eine Belastung zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt.
Faustregel: Alles, was haltbar ist, früh machen. Alles Frische kaufen.
Wie viele braucht man?
Rechnet pro Person, nicht pro Paar – Gastgeschenke werden einzeln am Platz verteilt.
Bestellt 10 Prozent mehr: Es kommen kurzfristig Gäste dazu, etwas geht kaputt, und die Dienstleister freuen sich auch über eines.
Wo platziert man sie?
Am Gedeck, verbunden mit der Tischkarte. Das erspart ein separates Element und stellt sicher, dass jeder seins findet.
Ein zentraler Tisch am Ausgang funktioniert auch – dann bleiben aber erfahrungsgemäß zehn bis zwanzig Prozent liegen. Wenn ihr den Tisch trotzdem wollt, stellt ihn neben etwas, wo die Gäste ohnehin stehen: die Hochzeitstorte, die Fotobox oder die Garderobe.
Braucht man überhaupt Gastgeschenke?
Nein. Es ist eine verbreitete Geste, keine Pflicht.
Wenn das Budget knapp ist, streicht sie und investiert in Musik oder Essen. Kein Gast fährt enttäuscht nach Hause, weil kein Tütchen am Teller lag – aber jeder erinnert sich an einen Abend, an dem die Tanzfläche voll war.
Was Gäste wirklich beschäftigt, sind ohnehin andere Fragen: Dresscode, Anfahrt, Kinderregelung und wer bei Rückfragen zuständig ist. Die Übersicht dazu steht unter Gäste und Helfer.
Häufige Fragen zu Gastgeschenken
Wie viel gibt man für Gastgeschenke pro Person aus?
1 bis 5 Euro pro Gast. Bei 80 Gästen also 80 bis 400 Euro insgesamt. Teurere Gastgeschenke werden von Gästen nicht als wertvoller wahrgenommen – Essbares für 2 Euro schlägt Deko für 8 Euro.
Was sind die beliebtesten Gastgeschenke zur Hochzeit?
Essbares: Marmelade, Honig, Pralinen und gebrannte Mandeln werden am zuverlässigsten mitgenommen. Dahinter Nützliches wie Kerzen, Seife und Samentütchen. Dekoartikel mit aufgedrucktem Datum bleiben am häufigsten liegen.
Bekommt jeder Gast ein Gastgeschenk oder eines pro Paar?
Eines pro Person, verteilt am Platz mit der Tischkarte. Nur bei teureren Geschenken wie einer Flasche Wein ist eines pro Paar üblich – dann gehört es in die Tischmitte, nicht ans Gedeck.
Kann man Gastgeschenke selber machen?
Ja, wenn ihr es acht Wochen vor der Hochzeit erledigt und Haltbares wählt: Marmelade, Kräutersalz, Sirup, Kerzen, Seife. Frisches wie Gebäck gehört in die Woche vor der Feier – und damit in fremde Hände.
