Heirats-Ratgeber
Geschmückter Oldtimer mit Blumengesteck und Bändern vor einer Kirche

Hochzeitsauto – mieten, schmücken und was es kostet

Das Hochzeitsauto ist der Dienstleister, den ihr für drei Stunden bucht und der trotzdem auf jedem zweiten Foto zu sehen ist.

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Ein Hochzeitsauto mit Chauffeur kostet 300 bis 700 Euro für drei bis vier Stunden. Als Selbstfahrer zahlt ihr etwa die Hälfte – und übernehmt dafür Kaution, Selbstbeteiligung und die Frage, wer nach dem Sektempfang noch fahren darf.

Was kostet ein Hochzeitsauto?

FahrzeugMit Chauffeur (3–4 h)Selbstfahrer (1 Tag)
Oldtimer (Mercedes /8, Käfer Cabrio)350–700 €200–400 €
Moderne Luxuslimousine (S-Klasse, 7er)300–600 €150–300 €
Cabrio, Mittelklasse250–450 €120–250 €
VW Bulli T1/T2300–550 €180–350 €
Stretchlimousine300–600 €
Pferdekutsche350–700 €

Regelmäßige Zusatzposten: Anfahrtspauschale von 0,50 bis 1,50 Euro pro Kilometer außerhalb des Freiradius, Wartezeit mit 30 bis 60 Euro pro Stunde, Blumenschmuck vom Vermieter für 40 bis 90 Euro und – beim Selbstfahren – eine Kaution von 500 bis 2.000 Euro.

Im Gesamtbudget ist das ein kleiner Posten: Bei den 15.000 Euro aus unserem Budgetplan sind 400 Euro fürs Auto weniger als drei Prozent. Es ist trotzdem der Posten, an dem am häufigsten falsch gespart wird – nämlich an der Buchungsdauer.

Mit Chauffeur oder selbst fahren?

Mit Chauffeur kostet gut das Doppelte und löst vier Probleme auf einmal: Ihr könnt vor der Feier anstoßen, haftet nicht für Schäden am Fahrzeug, sucht keinen Parkplatz und habt jemanden, der das Auto in Position stellt, wenn der Fotograf es braucht.

Selbst fahren ist die günstigere Variante, hat aber drei Haken, die vorher niemand erwähnt:

Der dritte Weg: Ein Freund oder Verwandter fährt sein eigenes schönes Auto. Kostet nichts, ist aber kein Freifahrtschein – klärt vorher, ob die Kfz-Versicherung den Fahrerkreis abdeckt, falls jemand anderes ans Steuer soll.

Welches Auto passt zu euch?

Die Entscheidung ist weniger Geschmacksfrage als Maßfrage. Zwei Dinge entscheiden:

Erst im Kleid probesitzen, dann buchen

Ein Reifrock oder eine lange Schleppe braucht Türhöhe und Sitzbreite. In einem zweitürigen Coupé landet ihr mit einem Prinzessinnenkleid in einer unwürdigen Kletterei – auf Fotos sichtbar, im Kleid spürbar.

Fragt beim Vermieter nach einem Termin zum Probesitzen, wenn möglich mit dem Brautkleid oder wenigstens mit dem Reifrock. Seriöse Anbieter kennen die Frage und bieten es von selbst an.

Der zweite Punkt ist die Frisur: Bei offener Fahrt im Cabrio hält keine aufwendige Hochsteckfrisur länger als zehn Minuten. Entweder ihr fahrt geschlossen zur Trauung und offen zum Shooting – oder ihr wählt die Frisur danach.

Kurz zu den übrigen Optionen: Der Bulli ist der einzige Klassiker mit Platz für Brautpaar plus Trauzeugen. Die Kutsche fährt 5 bis 8 km/h und funktioniert nur, wenn Standesamt und Feier wenige hundert Meter auseinanderliegen; für den Weg über eine Bundesstraße ist sie ungeeignet.

Wie lange braucht ihr das Auto?

Der häufigste Fehler: nur die Hinfahrt buchen. Ein realistisches Zeitfenster:

ZeitFahrt
10:30Braut (und Vater) zum Standesamt oder zur Kirche
11:30Brautpaar zum Fotoshooting-Ort
13:00Brautpaar zur Location

Das sind drei Fahrten über etwa drei Stunden – inklusive Wartezeit während der Trauung. Wer nur die erste Fahrt bucht, steht danach im Brautkleid am Straßenrand oder zahlt Wartezeit zum Stundensatz nach.

Autoschmuck – und was erlaubt ist

Fertige Sets kosten 20 bis 60 Euro, ein Gesteck vom Floristen 60 bis 150 Euro. Abgestimmt wird es auf den Brautstrauß, nicht auf die Autofarbe.

Rechtlich gilt: Schmuck am Fahrzeug ist erlaubt, solange er die Sicht nicht behindert, Kennzeichen und Beleuchtung frei bleiben und sich nichts lösen kann (§§ 22, 23 StVO). Ein Blumengesteck auf der Motorhaube ist also unproblematisch, solange es sicher befestigt ist – ein Gesteck quer über der Windschutzscheibe nicht.

Praktisch:

Zwei Klassiker, die weniger harmlos sind, als sie wirken: Blechdosen an der Stoßstange beschädigen Lack und Straße und können als verbotene Straßenverunreinigung gelten (§ 32 StVO). Und der Hupkonzert-Autokorso ist keine Grauzone – die Hupe ist als Warnzeichen bei Gefahr vorgesehen (§ 16 StVO), Hupen ohne Verkehrsanlass wird als unnötiger Lärm geahndet (§ 30 StVO).

Was im Mietvertrag stehen muss

Bucht vier bis sechs Monate vorher, für Oldtimer an Samstagen zwischen Mai und September eher sechs bis neun. Der Markt ist klein: Viele Anbieter haben genau ein Fahrzeug.

Günstiger geht auch

Oldtimer-Clubs vermieten häufig gegen eine Aufwandsentschädigung von 100 bis 250 Euro plus Sprit – meist mit dem Besitzer als Fahrer, der sein Auto ohnehin gern zeigt. Anfragen lohnt sich, Clubs findet ihr regional über die Fahrzeugmarke.

Und die ehrlichste Option: gar kein Hochzeitsauto. Wenn Standesamt, Kirche und Location fußläufig beieinanderliegen, ist der gemeinsame Weg zu Fuß mit den Gästen im Rücken das bessere Bild.

Häufige Fragen zum Hochzeitsauto

Was kostet ein Hochzeitsauto?

300 bis 700 Euro mit Chauffeur für drei bis vier Stunden, je nach Fahrzeug. Als Selbstfahrer zahlt ihr 120 bis 400 Euro pro Tag, dann kommen aber Kaution (500–2.000 €) und Selbstbeteiligung dazu. Anfahrt außerhalb des Freiradius wird mit 0,50 bis 1,50 Euro pro Kilometer berechnet.

Wie schmückt man ein Hochzeitsauto?

Klassisch mit einem Blumengesteck auf der Motorhaube und Satinbändern an den Außenspiegeln, farblich auf den Brautstrauß abgestimmt. Befestigt wird mit Saugnäpfen und breiten Bändern – nie mit Klebeband, Draht oder Kabelbindern, die den Lack zerkratzen. Ein fertiges Set kostet 20 bis 60 Euro, ein Floristen-Gesteck 60 bis 150 Euro.

Was ist beim Autoschmuck erlaubt?

Erlaubt ist alles, was die Sicht nicht behindert, Kennzeichen und Beleuchtung frei lässt und sich nicht lösen kann. Ein Gesteck auf der Motorhaube ist zulässig, Schmuck auf der Windschutzscheibe nicht. Bei Mietfahrzeugen braucht ihr zusätzlich die Erlaubnis des Vermieters – viele verbieten Eigendekoration.

Wie lange braucht man das Hochzeitsauto?

Drei bis vier Stunden für den üblichen Ablauf: Braut zur Trauung, Brautpaar zum Fotoshooting, Brautpaar zur Location – inklusive Wartezeit während der Zeremonie. Nur die Hinfahrt zu buchen ist der häufigste Fehler und wird über den Wartezeit-Stundensatz teurer als die längere Buchung.

Wann sollte man das Hochzeitsauto buchen?

Vier bis sechs Monate vorher, bei Oldtimern für Samstage in der Hauptsaison von Mai bis September eher sechs bis neun Monate. Die meisten Vermieter besitzen nur ein einziges Fahrzeug – ist es vergeben, gibt es keine Alternative beim selben Anbieter.

Quellen und Rechtsgrundlagen

Stand: August 2026. Die Rechtshinweise sind eine redaktionelle Einordnung und ersetzen keine Rechtsberatung.