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Für die meisten Hochzeiten reicht eine Frisur, die ihr in 10 bis 15 Minuten selbst hinbekommt. Beim Friseur kostet die festliche Variante 80 bis 150 Euro – lohnend vor allem dann, wenn eure Haare sehr lang, sehr fein oder sehr störrisch sind.
Die eine Regel: nicht die Braut überstrahlen
Sie klingt banal und wird trotzdem ständig verletzt. Konkret heißt sie:
- Kein Weiß im Haar – keine weißen Blüten, keine cremefarbenen Blumenkränze
- Nichts, was an einen Schleier erinnert, auch keine langen Tüllbänder
- Kein Blumenkranz, selbst in Farbe – das ist ein Brautmotiv
- Im Zweifel eine Stufe schlichter als das, was ihr euch zutraut
Alles andere ist offen. Dieselbe Logik gilt für das Outfit: festlich ja, aber nicht die Hauptrolle. Was für die Braut selbst gilt und was ihr Styling kostet, steht unter Brautstyling – die Preise dort liegen deutlich über dem, was ihr als Gast zahlt.
Sechs Frisuren mit Anleitung
1. Tiefer Dutt

Die sicherste Wahl: hält am längsten, funktioniert zu jedem Ausschnitt und sieht auch nach dem Tanzen noch ordentlich aus.
Haarlänge: mittellang bis lang · Dauer: 10 Minuten · Ihr braucht: ein dünnes Haargummi, 4–6 Haarnadeln, Haarspray
- Haare tief im Nacken zu einem Zopf binden, nicht straff
- Den Zopf eindrehen und um das Gummi wickeln
- Mit Haarnadeln über Kreuz feststecken – nicht parallel, sonst rutschen sie
- Zwei Strähnen vorn herausziehen und leicht mit dem Lockenstab wellen
2. Halboffen mit eingedrehten Seiten

Der beliebteste Kompromiss – offen genug, um nach Aufwand auszusehen, gesteckt genug, um zu halten. Besonders passend bei halblangem und mittellangem Haar.
Haarlänge: halblang bis mittellang · Dauer: 10 Minuten · Ihr braucht: 2 kleine Haarklammern, Haarspray
- Längen vorher leicht wellen, das gibt Halt
- An beiden Seiten eine breite Strähne abteilen und nach hinten eindrehen
- Beide Strähnen hinten übereinanderlegen und feststecken
- Die Klammern mit den darüberliegenden Haaren verdecken
3. Offen mit weichen Wellen

Unterschätzt, weil sie nach „nichts gemacht" aussieht. Genau das ist der Punkt – und bei Sommerhochzeiten im Freien die Variante, die man am ehesten bereut, wenn es heiß wird.
Haarlänge: alle · Dauer: 15 Minuten · Ihr braucht: Lockenstab, Haarspray, eine Spange
- In Partien mit dem Lockenstab wellen, dabei die Spitzen auslassen
- Locken auskühlen lassen, erst dann mit den Fingern öffnen
- Eine Seite hinters Ohr stecken und mit einer schlichten Spange sichern
- Haarspray aus 30 cm Abstand, in einer dünnen Schicht
4. Tiefer Pferdeschwanz mit Band

Die schnellste festliche Frisur überhaupt. Das Band macht aus dem Alltagszopf einen Anlass.
Haarlänge: mittellang bis lang · Dauer: 5 Minuten · Ihr braucht: ein Haargummi, ein schmales Satinband
- Haare tief im Nacken zusammenfassen und mit dem Gummi binden
- Eine dünne Strähne aus dem Zopf um das Gummi wickeln, Ende darunter feststecken
- Das Satinband darüber zu einer schmalen Schleife binden
- Oberkopf glatt streichen – hier lohnt ein Tropfen Haaröl
5. Seitlicher Zopf, locker gedreht

Für lange Haare die Variante mit dem besten Verhältnis von Wirkung zu Aufwand – und die einzige hier, die man auch mit ungeübten Händen locker aussehen lassen kann.
Haarlänge: lang · Dauer: 15 Minuten · Ihr braucht: ein kleines Gummi, Haarnadeln
- Haare über eine Schulter nach vorn legen
- Locker flechten oder in zwei Strängen umeinanderdrehen
- Mit dem Gummi sichern, dann den Zopf vorsichtig breiter ziehen
- Einzelne Strähnen am Oberkopf lösen, damit es nicht streng wirkt
6. Gewellter Bob

Kurze Haare brauchen keine Steckfrisur. Ein tiefer Seitenscheitel und eine Spange reichen völlig.
Haarlänge: kurz bis kinnlang · Dauer: 10 Minuten · Ihr braucht: Lockenstab oder Glätteisen, eine schlichte Spange
- Tiefen Seitenscheitel ziehen – tiefer als im Alltag
- In unregelmäßigen Partien leicht wellen
- Die schmalere Seite hinters Ohr stecken und mit der Spange fixieren
- Mit den Fingern durchfahren, nicht durchkämmen
Acht weitere Ideen auf einen Blick
Alles hier ist Gast-tauglich – festlich, aber ohne Brautmotive. Die Angabe dahinter ist die Haarlänge, mit der es am besten funktioniert.








Je aufwendiger geflochten, desto eher gehört es in Profihände – Flechtkranz und Fischgrätenzopf sind an den eigenen Haaren deutlich schwerer als sie aussehen.
Friseur oder selbst? Was es kostet
| Leistung beim Friseur | Kosten |
|---|---|
| Waschen, Föhnen, Styling | 40–75 € |
| Festliche Hochsteckfrisur | 80–150 € |
| Aufwendig geflochten oder gesteckt | 150–250 € |
| Frisur und Make-up zusammen | 90–200 € |
| Trinkgeld | rund 10 % |
Die Spanne ist groß, weil Salons überwiegend nach Zeit kalkulieren – verbreitet sind rund 90 Euro Stundensatz plus Material. Eine Steckfrisur, die 90 Minuten dauert, kostet entsprechend mehr als eine, die in 40 Minuten sitzt. Fragt bei der Terminvereinbarung nach dem Preis für euren Wunschstil, nicht nach dem Listenpreis: „Hochsteckfrisur" reicht von 80 bis 250 Euro.
In Großstädten liegen die Preise 20 bis 30 Prozent über dem ländlichen Durchschnitt. Zum Friseur zu gehen lohnt sich bei sehr langen, sehr feinen oder sehr widerspenstigen Haaren – und immer dann, wenn ihr am Morgen ohnehin unter Zeitdruck steht.
Ein Detail, das den Termin rettet: Legt ihn zwei bis drei Stunden vor der Abfahrt, nicht früher. Eine frisch gesteckte Frisur sitzt am besten in den ersten Stunden, und ihr wollt danach noch in Ruhe ins Outfit kommen.
Was zwölf Stunden hält
Wascht die Haare am Vortag, nicht am Morgen
Frisch gewaschenes Haar ist glatt und rutscht aus jeder Steckfrisur. Haare vom Vortag haben Griff – das ist der wichtigste und meistignorierte Trick.
Wenn ihr trotzdem morgens waschen müsst: Trockenshampoo in den Ansatz, kurz einwirken lassen, dann durchbürsten. Das ersetzt den Griff.
Was sonst über die Haltbarkeit entscheidet:
- Haarnadeln über Kreuz stecken, nie parallel – parallel gesteckte Nadeln wandern heraus
- Haarspray in dünnen Schichten, mehrfach mit Abstand, statt einmal viel
- Bei über 28 Grad keine offenen Haare. Was um 14 Uhr locker fällt, klebt um 18 Uhr am Hals
- Bei feuchter Luft fallen Locken zuerst – ein Dutt hält, eine Wellenfrisur nicht
- Notfallset in die Clutch: drei Haarnadeln, ein Ersatzgummi, Mini-Haarspray
Haarschmuck: was geht, was nicht
Schlichte Gold- oder Silberspangen, ein schmales Samtband, eine einzelne Perlennadel – alles unproblematisch und wirkungsvoll.
Nicht: alles Weiße, Blumenkränze, Tüll, sowie Hüte mit breiter Krempe, wenn ihr bei der Trauung nicht in der letzten Reihe sitzt. Ein Hut nimmt allen dahinter die Sicht und steht auf jedem Foto der Zeremonie im Weg.
Die Abgrenzung ist hier dieselbe wie beim Outfit: Was als Brautaccessoire gedacht ist – Haarkamm mit Perlen, Blumenkranz, alles in Weiß oder Elfenbein – gehört an diesem Tag der Braut. Als Gast greift ihr zur schlichteren Variante desselben Teils.
Häufige Fragen zur Frisur als Hochzeitsgast
Welche Frisur eignet sich als Hochzeitsgast?
Alles zwischen tiefem Dutt, halboffener Steckfrisur und weichen Wellen – außer allem, was an eine Braut erinnert: kein Weiß im Haar, kein Blumenkranz, nichts Schleierartiges. Für lange Haare eignet sich ein locker gedrehter Seitenzopf, für kurze ein gewellter Bob mit tiefem Seitenscheitel.
Welche Frisur für Hochzeitsgäste geht schnell und einfach?
Der tiefe Pferdeschwanz mit Satinband in fünf Minuten und der tiefe Dutt in zehn. Beide brauchen nur ein Haargummi, ein paar Haarnadeln und Haarspray – und beide halten zuverlässiger als jede offene Frisur.
Was kostet die Frisur beim Friseur als Hochzeitsgast?
40 bis 75 Euro für Waschen, Föhnen und Styling, 80 bis 150 Euro für eine festliche Hochsteckfrisur, 150 bis 250 Euro für aufwendig geflochtene oder gesteckte Varianten. Frisur und Make-up zusammen kosten 90 bis 200 Euro. Dazu etwa 10 Prozent Trinkgeld. In Großstädten liegt alles 20 bis 30 Prozent höher.
Darf man als Hochzeitsgast die Haare offen tragen?
Ja, offene Haare sind völlig in Ordnung. Bedenkt nur zwei Dinge: Bei über 28 Grad und bei feuchter Luft fällt eine offene Frisur im Lauf des Tages zusammen, und im Freien liegt sie ständig im Wind. Eine halboffene Variante sieht ähnlich aus und hält deutlich länger.
Welche Frisur passt bei mittellangen Haaren?
Halboffen mit eingedrehten Seiten ist bei halblangem und mittellangem Haar die dankbarste Lösung: zehn Minuten Aufwand, zwei Klammern, und sie hält den ganzen Abend. Ein tiefer Dutt funktioniert ab etwa schulterlangem Haar ebenfalls gut.
Wie hält die Frisur den ganzen Tag?
Haare am Vortag waschen – frisch gewaschenes Haar rutscht aus jeder Steckfrisur. Haarnadeln über Kreuz stecken statt parallel, Haarspray in mehreren dünnen Schichten auftragen und ein kleines Notfallset mit drei Haarnadeln und einem Ersatzgummi einstecken.
