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Am Ende entscheidet nicht die Zeremonie, sondern ein Stück Papier. Wer die Beglaubigung falsch macht, hat eine wunderschöne Hochzeit gefeiert und ist in Deutschland trotzdem ledig. Welche Form der Trauung ihr im Ausland wählt, ist dabei zweitrangig – entscheidend ist, dass der Staat vor Ort sie beurkundet.
Wird eine Auslandsehe in Deutschland anerkannt?
Ja, wenn zwei Bedingungen erfüllt sind:
- Die Ehe wurde nach dem Recht des Trauungslandes formgültig geschlossen (Art. 11 EGBGB) – also von der dort zuständigen Stelle, nicht von einem Hotelanimateur.
- Es lagen keine Ehehindernisse nach deutschem Recht vor (Art. 13 EGBGB): bestehende Ehe, zu nahe Verwandtschaft, Minderjährigkeit.
Eine rein symbolische Strandzeremonie ist keine Eheschließung. In vielen beliebten Zielen – Malediven, Bali, Mauritius, Seychellen – sind die angebotenen Zeremonien für Ausländer oft ausdrücklich nicht rechtsgültig. Fragt beim Anbieter schriftlich nach, ob eine staatliche Heiratsurkunde ausgestellt wird.
Apostille oder Legalisation – was ist der Unterschied?
Damit eine ausländische Urkunde in Deutschland anerkannt wird, muss ihre Echtheit bestätigt sein. Dafür gibt es zwei Verfahren:
| Apostille | Legalisation | |
|---|---|---|
| Gilt für | Staaten des Haager Übereinkommens von 1961 | alle übrigen Staaten |
| Ausgestellt von | einer Behörde im Ausstellungsstaat | der deutschen Auslandsvertretung |
| Dauer | Tage bis wenige Wochen | oft mehrere Monate |
| Aufwand | ein Stempel | mehrstufige Prüfung |
Über 120 Staaten sind dem Haager Übereinkommen beigetreten, darunter fast ganz Europa, die USA, Australien, Südafrika, Mexiko und die Türkei. Für diese Länder genügt die Apostille.
Bei einigen Staaten verlangt Deutschland zusätzlich eine Urkundenüberprüfung durch die Botschaft. Das betrifft vor allem Länder mit unsicherem Urkundenwesen und kann ein halbes Jahr dauern.
Welche Dokumente braucht ihr vorher?
Für die Trauung im Ausland verlangen die meisten Länder von Deutschen:
- Ehefähigkeitszeugnis (§ 39 PStG) – vom deutschen Standesamt, bestätigt, dass eurer Eheschließung nichts entgegensteht. Gültig sechs Monate.
- Beglaubigte Abschrift aus dem Geburtenregister
- Erweiterte Meldebescheinigung
- Reisepass
- Bei Vorehe: rechtskräftiges Scheidungsurteil
Alle Dokumente braucht ihr in beglaubigter Übersetzung, oft zusätzlich mit Apostille. Beginnt mindestens vier Monate vorher – bei manchen Zielländern sechs.
Der Fehler, der am meisten kostet
Viele Paare lassen sich die Heiratsurkunde nach der Trauung zusenden und beantragen die Apostille erst aus Deutschland heraus. Das ist möglich, dauert aber deutlich länger und ist teurer.
Beantragt die Apostille vor Ort, solange ihr im Land seid. In den meisten Staaten ist das eine Behörde in der Hauptstadt und in ein bis drei Tagen erledigt.
Muss man die Ehe in Deutschland nachbeurkunden?
Nachbeurkundung ist freiwillig, aber sinnvoll (§ 34 PStG). Sie erfolgt beim Standesamt und trägt eure Ehe ins deutsche Eheregister ein.
Vorteil: Ihr erhaltet eine deutsche Eheurkunde und müsst nicht bei jedem Behördengang die ausländische Urkunde mit Apostille und Übersetzung vorlegen. Kosten etwa 60 bis 130 Euro.
Für die Namensführung nach deutschem Recht ist eine gesonderte Erklärung nötig – die ausländische Urkunde allein ändert euren Namen in Deutschland nicht.
Die beliebtesten Länder im Vergleich
| Land | Bürokratie | Besonderheit |
|---|---|---|
| Dänemark | minimal | Heirat oft innerhalb weniger Tage möglich, EU-weit anerkannt |
| Österreich | gering | deutschsprachig, Urkunden ohne Übersetzung |
| Italien | mittel | Nulla Osta über Konsulat nötig, dafür Trauung an fast jedem Ort |
| Griechenland | mittel | Apostille-Land, symbolische Strandtrauung weit verbreitet |
| USA (z. B. Las Vegas, Florida) | gering vor Ort | Lizenz in Minuten, aber Apostille des Bundesstaats für Deutschland nötig |
| Malediven, Bali, Mauritius | – | Zeremonien für Ausländer meist nicht rechtsgültig – nur symbolisch |
Der Sonderfall Dänemark verdient einen eigenen Absatz, weil er das Gegenteil des üblichen Auslandsproblems ist: Dänemark verlangt kein Ehefähigkeitszeugnis und keine Abschrift aus dem Geburtenregister. Reisepass, Meldebescheinigung und bei Geschiedenen das Scheidungsurteil genügen; die Prüfung läuft zentral über die dänische Familienrechtsbehörde, danach wird innerhalb weniger Tage in Kommunen wie Tønder oder auf Ærø getraut. Deshalb heiraten dort jedes Jahr tausende Paare aus Deutschland – vor allem binationale Paare, bei denen das deutsche Standesamt monatelang Dokumente aus dem Heimatland prüfen würde. Die dänische Urkunde wird in Deutschland anerkannt; eine Apostille kostet wenige Euro und ist sofort erhältlich.
Was kostet Heiraten im Ausland?
- Dänemark: Verwaltungsgebühr um 220 Euro plus Anreise – die günstigste rechtsgültige Auslandsheirat
- Standesamtliche Trauung in EU-Ländern: meist 100 bis 500 Euro Gebühren plus Übersetzungen (50 bis 100 Euro pro Dokument)
- Symbolische Zeremonie mit Wedding-Package (Strand, Villa, Resort): 1.500 bis 8.000 Euro – rechtlich passiert dabei nichts
- Hochzeitsplaner vor Ort: in südlichen Ländern fast unverzichtbar, 10 bis 15 Prozent des Budgets
Dazu kommt der Posten, der gern verdrängt wird: Wer 60 Gäste nach Italien einlädt, verlagert mehrere hundert Euro Kosten pro Gast auf die Gäste – Flug, drei Nächte, Mietwagen. Plant entweder eine kleine Runde vor Ort und eine Feier zu Hause, oder sagt den Gästen früh und ehrlich, was auf sie zukommt.
Die einfachere Variante
Viele Paare heiraten standesamtlich in Deutschland und feiern die Zeremonie im Ausland als freie Trauung. Das erspart Apostille, Übersetzungen und Behördenwege vollständig – und rechtlich ist das Ergebnis dasselbe.
Häufige Fragen zum Heiraten im Ausland
Warum heiraten so viele Deutsche in Dänemark?
Weil Dänemark auf die Dokumente verzichtet, die in Deutschland Monate kosten können: kein Ehefähigkeitszeugnis, keine Geburtenregister-Abschrift. Besonders binationale Paare sparen so ein halbes Jahr Behördenlauf. Die Ehe ist in Deutschland voll gültig.
Ist eine Strandhochzeit auf den Malediven oder Bali rechtsgültig?
In aller Regel nein – die dort angebotenen Zeremonien für Touristen sind symbolisch. Rechtsgültig heiratet ihr vorher oder nachher beim deutschen Standesamt. Lasst euch vom Anbieter schriftlich bestätigen, ob eine staatliche Heiratsurkunde ausgestellt wird.
Wie lange dauert die Anerkennung einer Auslandsehe in Deutschland?
Die Ehe ist ab dem Tag der Schließung gültig – eine „Anerkennungsprozedur" gibt es nicht. Zeit kostet nur die Urkunde: Apostille vor Ort in Tagen, Legalisation über Botschaften in Monaten. Die freiwillige Nachbeurkundung beim deutschen Standesamt dauert danach vier bis acht Wochen.
Welche Unterlagen braucht man zum Heiraten im Ausland?
Fast überall: Reisepass, Ehefähigkeitszeugnis (außer Dänemark), Geburtenregister-Abschrift, Meldebescheinigung, bei Vorehen das Scheidungsurteil – alles mit beglaubigter Übersetzung und je nach Land mit Apostille. Vier bis sechs Monate Vorlauf einplanen.
Quellen und Rechtsgrundlagen
Stand: August 2026. Redaktionelle Einordnung, keine Rechtsberatung – verbindlich sind die Auskünfte von Standesamt und Auslandsvertretung des Ziellandes.
- Anerkennung der Auslandsehe: Art. 11 EGBGB (Form nach Ortsrecht), Art. 13 EGBGB (Voraussetzungen der Eheschließung)
- Ehefähigkeitszeugnis: § 39 PStG
- Nachbeurkundung: § 34 PStG (Eheschließung im Ausland)
- Apostille: Haager Übereinkommen zur Befreiung ausländischer öffentlicher Urkunden von der Legalisation vom 5. Oktober 1961; aktueller Mitgliederstand beim Auswärtigen Amt bzw. der Haager Konferenz
