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Der Strauß ist auf jedem Porträt, beim Einzug, beim Ringtausch und beim Werfen im Bild. Wer beim Floristen kürzt, kürzt an der sichtbarsten Stelle.
Was kostet ein Brautstrauß?
| Ausführung | Preis |
|---|---|
| Klein und schlicht | 50–90 € |
| Mittel, gemischt | 90–160 € |
| Groß, aufwendig gebunden | 160–300 € |
| Wurfstrauß zusätzlich | 25–50 € |
| Anstecker für den Bräutigam | 8–15 € |
Der Preis hängt vor allem an der Saison. Pfingstrosen kosten im Mai einen Bruchteil dessen, was sie im Oktober kosten – wenn sie überhaupt zu bekommen sind.
Bestellt den Strauß vier bis acht Wochen vorher beim Floristen, in der Hochsaison eher früher. Zum Beratungstermin gehören ein Foto des Kleides und eine ehrliche Budgetzahl – beides erspart drei Korrekturschleifen.
Welche Blumen wann?
- Frühling: Tulpen, Ranunkeln, Anemonen, Flieder, Maiglöckchen
- Sommer: Pfingstrosen (nur bis etwa Ende Juni), Rosen, Hortensien, Dahlien, Kosmeen
- Herbst: Dahlien, Astern, Chrysanthemen, Hagebutten, Gräser
- Winter: Amaryllis, Christrosen, Tannengrün, Eukalyptus, Trockenblumen
Ganzjährig verfügbar: Rosen, Nelken, Lisianthus, Eukalyptus, Schleierkraut.
Sagt dem Floristen euer Budget und die gewünschte Stimmung, nicht eine Blumenliste aus dem Internet. Ein guter Florist findet für jede Vorstellung eine saisonale Entsprechung – und die ist frischer und günstiger.
Was die Blumen bedeuten
Muss man das wissen? Nein. Aber es gibt Gäste, die fragen, und Reden, die darauf anspielen:
| Blume | Traditionelle Bedeutung |
|---|---|
| Rose (rot) | Liebe und Leidenschaft |
| Rose (weiß) | Reinheit, Neuanfang |
| Pfingstrose | Glück in der Ehe |
| Ranunkel | Charme, Anziehungskraft |
| Myrte | Brautglück – der klassische Hochzeitszweig seit Jahrhunderten |
| Maiglöckchen | Glück und Demut |
| Efeu und Eukalyptus | Treue, Beständigkeit |
| Schleierkraut | Unschuld, ewige Liebe |
Wer der Tradition etwas mitgeben will, lässt einen Myrtenzweig einbinden – unauffällig, und die Großmutter sieht es garantiert.
Welche Form passt zu welchem Kleid?
Die Form des Straußes folgt dem Schnitt des Kleids – welcher Schnitt zu welcher Figur passt, steht unter Kleid und Schnittform.
| Form | Beschreibung | Passt zu |
|---|---|---|
| Rund / Biedermeier | kompakt, halbkugelig | fast allen Kleidern, sehr sicher |
| Wasserfall | fließend nach unten | schmalen, langen Kleidern |
| Asymmetrisch / wild | locker gebunden | Boho, freie Trauung, draußen |
| Armstrauß | lang, im Arm getragen | schlichten Kleidern, hoher Statur |
| Einzelblüte | eine große Blume | minimalistischen Looks |
Faustregel: Je aufwendiger das Kleid, desto schlichter der Strauß. Ein stark verziertes Kleid und ein üppiger Wasserfallstrauß konkurrieren miteinander.
Die Größe sollte zur Statur passen – ein großer Strauß vor einer zierlichen Braut dominiert jedes Foto. Und das Gewicht wird unterschätzt: Ein üppig gebundener Strauß mit Steckschaum-Halterung wiegt schnell über ein Kilo, und ihr tragt ihn stundenlang.
Trends: was gerade gebunden wird
Trockenblumen. Pampasgras, getrocknete Gräser, Strohblumen – haltbar, wochenlang vorher fertig, kein Welk-Risiko bei Hitze. Als kompletter Strauß oder gemischt mit Frischblumen. Preislich nicht günstiger als frisch, aber er bleibt euch ohne Konservierung erhalten.
Wiesenstrauß / Boho. Locker, asymmetrisch, viel Grün, sichtbare Stiele mit langen Bändern. Passt zu freier Trauung und Feiern im Freien; wirkt zu einem streng klassischen Kleid schnell unpassend.
Monochrom. Ein einziger Blumentyp in einer Farbe – zwanzig weiße Ranunkeln, nichts sonst. Die eleganteste Art zu sparen, weil die Wirkung von der Menge kommt, nicht von der Vielfalt.
Farbe statt Weiß. Kräftige Töne – Terrakotta, Bordeaux, Senfgelb – als bewusster Kontrast zum Kleid. Stimmt die Farben mit Hochzeitsdeko und Anstecker ab, sonst bleibt der Strauß ein Fremdkörper auf den Fotos.
Wie der Strauß frisch bleibt
Holt ihn am Morgen ab, nicht am Vortag. Stellt ihn bis zum Aufbruch in ein Glas mit zwei bis drei Zentimeter Wasser, kühl und nicht in der Sonne oder im Auto.
Tupft die Stiele vor dem Einzug trocken, sonst gibt es Wasserflecken auf dem Kleid. Ein Taschentuch um die Stiele hilft, wenn ihr den Strauß lange tragt.
Bei über 25 Grad: Sprecht mit dem Floristen über robuste Sorten. Hortensien und Anemonen lassen bei Hitze innerhalb von Stunden die Köpfe hängen.
Wer bekommt sonst noch Blumen?
Der Brautstrauß ist selten allein. Auf derselben Bestellung stehen üblicherweise:
- Anstecker für Bräutigam, Trauzeugen und die Väter – abgestimmt auf den Strauß, 8 bis 15 Euro pro Stück
- Sträußchen oder Armbänder für Brautjungfern – kleiner als der Brautstrauß, meist 20 bis 40 Euro
- Körbchen mit Streublüten für Blumenkinder – Rosenblätter sind Standard; fragt die Location, ob echte Blüten gestreut werden dürfen
- Wurfstrauß, falls ihr werfen wollt (siehe unten)
Alles beim selben Floristen zu bestellen hält die Farben konsistent und spart Lieferwege am Hochzeitsmorgen.
Brautstrauß werfen – oder nicht?
Die Tradition: Am Abend wirft die Braut den Strauß rückwärts in die Gruppe der unverheirateten Frauen; wer fängt, heiratet als Nächste. Der Haken: Der Originalstrauß ist dafür zu schade und oft zu schwer gebunden – geworfen wird deshalb fast immer ein separater Wurfstrauß für 25 bis 50 Euro.
Wer nicht werfen mag, hat Alternativen, die weniger Inszenierung verlangen: den Strauß am nächsten Tag der Person schenken, die am meisten geholfen hat, oder das Bänderwerfen – mehrere Bänder hängen am Strauß, nur eines ist befestigt. Mehr solcher Traditionen und ihre Herkunft stehen unter Hochzeitsbräuche.
Den Strauß aufheben
Getrocknet oder als Trockenblumenstrauß gebunden hält er Jahre. Zum Selbst-Trocknen: kopfüber, dunkel, trocken, zwei bis drei Wochen – am besten in Einzelteile zerlegt und danach neu arrangiert.
Alternativ: einzelne Blüten pressen und rahmen, in Kunstharz gießen lassen (150 bis 400 Euro, dauerhaft) oder den Strauß beim Floristen konservieren lassen – das kostet 80 bis 200 Euro und muss innerhalb weniger Tage passieren.
Häufige Fragen zum Brautstrauß
Was kostet ein Brautstrauß beim Floristen?
50 bis 300 Euro, je nach Größe, Saison und Aufwand. Der Durchschnitt liegt bei 90 bis 160 Euro. Ein Wurfstrauß kommt mit 25 bis 50 Euro dazu.
Wer bezahlt den Brautstrauß?
Traditionell der Bräutigam – als eines der wenigen Dinge, die er zum Kleid beisteuert. Heute zahlt meist das Brautpaar gemeinsam aus dem Gesamtbudget. Wenn der Bräutigam aussucht: Ein Anruf beim Floristen der Braut klärt Farbe und Stil, ohne die Überraschung zu verderben.
Wann bestellt man den Brautstrauß?
Vier bis acht Wochen vor der Hochzeit, in der Hochsaison von Mai bis September eher früher. Abgeholt wird er am Hochzeitsmorgen, nicht am Vortag.
Muss die Braut den Strauß werfen?
Nein. Das Werfen ist ein Brauch, keine Pflicht – und wenn, wird fast immer ein günstigerer Wurfstrauß geworfen, nicht das Original. Alternativen sind das Bänderwerfen oder den Strauß gezielt zu verschenken.
Wie hält der Brautstrauß den ganzen Tag?
Morgens abholen, bis zum Aufbruch kühl und im Wasser lagern, nie im heißen Auto liegen lassen. Bei Sommerhochzeiten robuste Sorten wählen – Rosen, Lisianthus und Eukalyptus stecken Hitze weg, Hortensien nicht.
